Interkulturelle Sensibilität in der Flüchtlingsarbeit

Freyung-Grafenau. Menschen werden von ihrer Herkunftskultur geprägt. Unterschiedliche Nationalitäten haben es deshalb nicht immer leicht miteinander. Was der eine gut meint, kann beim anderen durchaus als Beleidigung ankommen. Wie aber geht man „richtig“ mit anderen um? Was kann man sagen, und was besser nicht?

Im Rahmen der Qualifizierungsreihe des Integrationspatenprojekts, das die Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau derzeit im Rahmen des XENOS-Projekts „Integration und Vielfalt“ fördert, beschäftigten sich die ehrenamtlichen Integrationspaten dieses Mal daher mit der interkulturellen Sensibilität in der Flüchtlingsarbeit.

“Man kann nicht nicht kommunizieren”

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Referentin Verena Hosbach vom Verein “Gemeinsam leben und lernen in Europa”. Fotos: vhs

Dabei zur Seite standen ihnen der Passauer Imam M´hamed Aoulkadi und die Referentin Verena Hosbach vom Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa“. Anhand verschiedener Stationen verdeutlichte Hosbach den Teilnehmern, dass man nach dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick „nicht nicht kommunizieren kann“. Egal wie man sich verhalte, so die Referentin, „Körpersprache und Haltung signalisieren immer irgendetwas.“

Deutlich wurde das beispielsweise, als die Integrationspaten, die sich untereinander nicht kannten, einander in Kleingruppen mittels eines Fragebogens einschätzen mussten. Ohne Hintergrundwissen und nur auf Grund des Aussehens sollten sie unter anderem notieren, welche Musik ihr Gegenüber hört und was er am liebsten in seiner Freizeit macht.

„Wie fühlen Sie sich, wenn Sie nur auf Grund Ihres Aussehens eingeschätzt werden“, fragte Hosbach anschließend in die Runde. „Man verspürt den Druck, das richtigzustellen“, lautete eine der Antworten. „Ganz genau“, bestätigte die Referentin, die den Teilnehmern im Laufe des Abends klarmachte, wie sehr unsere Einschätzung von einem gewissen Schubladendenken bestimmt wird. „Das ist auch normal, weil unsere Welt so komplex ist, dass wir nicht anders können als sie zu vereinfachen.“ Es gehe allerdings darum, die jeweiligen Schubladen regelmäßig aufzumachen, sie zu entrümpeln und anschließend mit neuen Erfahrungen zu füllen.

Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe

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Der Passauer Imam M’hamed Aoulkadi.

Dafür sorgte Imam Aoulkadi, der die Integrationspaten über den Umgang mit muslimischen Flüchtlingen informierte. Beim Thema „Begegnung mit Asylbewerbern“ gehe es um Mitmenschlichkeit, Verantwortung tragen für den Anderen und Nächstenliebe, so der Imam. Und um nichts anderes gehe es auch im Islam: „Im Islam führt der Weg zu Gott über unsere Mitmenschen. Im Islam ist der rechte Glaube nichts ohne das rechte Handeln, und das rechte Handeln ist nichts ohne den rechten Glauben.“ Eine sehr wichtige Aussage des Propheten Mohammed in diesem Zusammenhang laute: „Der Beste unter den Menschen ist derjenige, der seinen Mitmenschen am nützlichsten ist.“ Und ein nützlicher Mensch sei, wer bereit sei, Verantwortung zu übernehmen.

Islam bedeute, sich in Frieden Gott hinzugeben, erläuterte Aoulkadi. „Der Islam ist also eine Religion, die den Menschen Frieden bringen will.“ Im Koran, der ersten Quelle des Islams, erinnere Allah den Menschen außerdem daran, „dass die Abstammung aller Menschen dieselbe ist und dass Er uns geschaffen hat, um einander kennenzulernen, dass wir vor Ihm gleich sind. Er schaut nicht auf unsere Hautfarbe, Sprache oder unser Vermögen. Das einzige was zählt, ist unser Handeln und unsere Gottesfurcht.“

In der sogenannten Sunna, der zweiten Quelle des Islams, sei das gute Beispiel des Propheten Mohammed enthalten. „Alle Muslime sind darauf bedacht“, so der Imam, „sein Vorbild als Maßstab für das eigene Handeln zu nehmen.“ Daraus könne man auch praktische Handlungsanweisungen im Umgang mit muslimischen Flüchtlingen ableiten.

Dank für ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit

„Die meisten Muslime legen Wert darauf, nur nach islamischen Richtlinien geschlachtetes Fleisch zu essen“, erklärte  Aoulkadi. Schweinefleisch sei ohnehin verboten. Wer bei einer Einladung zum Essen also auf Nummer sicher gehen wolle, könne zum Beispiel Fisch oder vegetarische Gerichte anbieten. Im Fastenmonat Ramadan (in diesem Jahr vom 17. Juni bis voraussichtlich 16. Juli 2015) werde nur zwischen Sonnenuntergang und Morgendämmerung gegessen und getrunken. Für die Bewohner sei es deshalb wichtig, dass die Gemeinschaftsküche auch nachts zugänglich ist. Beim Pflichtgebet sei der Betende nicht ansprechbar und würde derjenige dieses auch nur im Notfall unterbrechen. Allerdings dauere das meist nur einige wenige Minuten.

In einer Fragerunde am Ende des Abends wurde noch rege über interkulturelle Stolperfallen diskutiert. Die beiden Referenten zeigten sich begeistert von der Wissbegierde der Integrationspaten. Aoulkadi bedankte sich denn auch für deren ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit: „Ich möchte Ihnen unseren Dank überbringen. Wir wissen Ihre Arbeit sehr zu schätzen.“

Dike Attenbrunner

Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung für Flüchtlinge

Freyung-Grafenau. „Die Grenzen von Flüchtlingen wurden oft extrem verletzt. Wir können aber nichts gut machen, wenn wir als Gegenleistung nicht auf unsere Grenzen achten.“ Referentin Eva Freymadl ist Diplom-Pädagogin und Systemische Beraterin. Sie arbeitet unter anderem bei Pro Familia in Passau mit traumatisierten Menschen und wurde von der Volkshochschule Freyung-Grafenau eingeladen, um den Integrationspaten im Landkreis die Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung für Flüchtlinge aufzuzeigen.

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Referentin Eva Freymadl. Fotos: vhs

Der Vortrag gehört zur Qualifizierungsreihe des Integrationspatenprojekts, das die vhs derzeit im Rahmen des XENOS-Projekts „Integration und Vielfalt“ fördert. Die ehrenamtlichen Integrationspaten, deren Hauptaugenmerk auf die Sprachförderung liegt, sollen so für juristische, soziale und persönliche Aspekte im Umgang mit Flüchtlingen sensibilisiert werden.

“Unsere Grenzen sind meistens unsichtbar”

„Unsere Grenzen sind meistens unsichtbar“, betonte Freymadl, die selbst in der Flüchtlingsarbeit tätig war. „Nehmen wir mal kulturelle Aspekte: Jede Kultur hat ihre eigene Distanzzone. Hier in Deutschland gehört der Raum, den wir mit ausgestreckten Armen abdecken können, zu uns. Kommt jemand, den wir nicht oder nicht gut kennen, näher an uns heran, empfinden wir das als unangenehm.“

Und diese Grenze solle man auch deutlich zum Ausdruck bringen. Höflich, aber bestimmt. „Und wie mache ich das, ohne den anderen dabei zu verletzen?“, fragte eine der Teilnehmerinnen. „Sie können zum Beispiel sagen `Bei uns in Deutschland ist es üblich, dass man sich etwa auf Armeslänge voneinander entfernt unterhält, wenn man sich nicht so gut kennt`“, antwortete die Diplom-Pädagogin. Der Ton mache die Musik, so Freymadl weiter. „Mit einem charmant vorgebrachten `Nein` und einem eventuell freundlichen Gegenvorschlag werden Sie viel eher Freunde gewinnen, als mit einem säuerlich vorgebrachten `Ja`, das beim Gegenüber Schuldgefühle weckt, und das sich später vielleicht als unhaltbar erweist. Wenn Sie sich nicht freundlich und respektvoll abgrenzen, sondern es nur wischi-waschi tun, ist es keine richtige Grenze.“

“Was will und was kann ich leisten?”

e10Deswegen sei es auch unabdingbar, sich bereits vor der Arbeit mit Flüchtlingen Gedanken darüber zu machen: „Was will und was kann ich leisten?“ Denn befinde man sich erst einmal in einer Situation, die einem unangenehm und in der man sich nicht sicher sei, wie man reagieren soll, dann falle einem die Abgrenzung schwer, machte die Beraterin deutlich und führte als Beispiel an: „Stellen Sie sich vor, einer der Flüchtlinge bittet Sie um Geld für einen kranken Angehörigen in seinem Heimatland. Sie könnten mit 200 Euro dafür sorgen, dass der- oder diejenige lebensnotwendige Medikamente erhält. Sie werden feststellen, dass sich auf einmal viele Stimmen gleichzeitig in Ihrem Kopf melden: `Ich habe doch eh so viel und der andere nichts, da kann ich dem anderen ruhig etwas abgeben` oder `Es fühlt sich gut an, zu helfen´, aber auch: `Ich kann dem doch nicht einfach 200 Euro geben!´“ In der Zweierbeziehung zwischen den Helfern und den Flüchtlingen spiegele sich halt leider der ganze Wahnsinn dieser Welt.

Innere Klarheit sei daher das wichtigste für eine klare Kommunikation und eine konstruktive Beziehung. „Stellen Sie sich also die Frage: Unter welchen Bedingungen gebe ich jemandem mein Geld? Oder sagen Sie: Ich stecke gerne meine Energie und Zeit in den Sprachunterricht, aber darüber hinaus möchte ich keine Unterstützung anbieten.“ Zu einem eigenen Standpunkt könne man aber auch kommen, indem man sich sagt: „Ich entscheide von Fall zu Fall, ob ich jemandem Geld gebe.“

Wie man Traumata erkennen kann

Neben der Wahrung der eigenen Grenzen und der Akzeptanz der Grenzen des anderen, machte die Referentin die Integrationspaten auf Aspekte in der Zusammenarbeit mit traumatisierten Menschen aufmerksam. „Traumata kann man daran erkennen, dass der Betroffene sich zurückzieht, Schlaf- oder Angststörungen hat. Das wichtigste für Sie ist jedoch, zu unterscheiden, ob es sich gerade um ein akutes Trauma handelt oder um eines, das schon lange zurückliegt“, betonte Freymadl.

e18Bei einem akuten Trauma sei es für die Betroffenen wichtig und richtig, viel zu erzählen, weil sie sich dadurch vom Geschehen distanzieren könnten. Es reiche, zuzuhören und Verständnis zu zeigen. Handle es sich allerdings um ein Trauma, das schon vor langer Zeit zustande gekommen sei, müsse man unbedingt darauf achten, nicht nachzuhaken, um eine Retraumatisierung zu vermeiden. „Und wie merkt man, dass einer in einer Retraumatisierung steckt“, kam es von den Teilnehmerinnen. „So jemand wird von seinen Gefühlen überwältigt, die Gefühle und das Erlebte haben den Betroffenen unter Kontrolle. Deswegen müssen Sie ihm unmittelbar bewusst machen, dass er im Hier und Jetzt in Sicherheit ist“, erläuterte Freymadl.

“Wenn jemand seine Hilfe anbietet, sind dem, was er tun kann, immer Grenzen gesetzt”

„Sie müssen nicht total abblocken, sondern Sie können sagen: `Das ist jetzt vorbei! Schau, jetzt bist du hier!´ Oder Sie fragen, ob er oder sie etwas trinken möchte.´ Aber versuchen Sie auf keinen Fall, mehr zu erfahren, das würde es nur noch schlimmer machen.“ In der Traumatherapie sei man davon abgekommen, das Trauma mit dem Patienten immer wieder zu durchleben, erklärte die Pädagogin. Stattdessen konzentriere man sich darauf, im Kopf mehr Platz für schöne Dinge und Sicherheit zu schaffen, damit das Trauma daneben kleiner werde.

„Wenn jemand seine Hilfe anbietet, sind dem, was er tun kann, immer Grenzen gesetzt“, betonte Freymadl am Ende des Abends. Aber als sie vor über 20 Jahren in der Flüchtlingsarbeit tätig gewesen sei, sei die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung lange nicht so groß gewesen. „Und das stimmt mich schon sehr froh!“

Dike Attenbrunner

Interkulturelles Café gestartet

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Menschen aus aller Welt treffen sich beim interkulturellen Café. Foto: Thorsten Freyer / pixelio.de

Freyung/Waldkirchen. Dari, Paschtu, Kroatisch, Mazedonisch, Englisch, Slowakisch, Tagalog, Niederländisch  – so vielfältig wie die Sprachen, die am vergangenen Freitagabend beim ersten interkulturellen Café gesprochen wurden, waren auch ihre Teilnehmer. Die beiden vhs-Dozentinnen Martina Stadlmeyer und Dinahrie Koschka hatten das internationale Treffen ins Leben gerufen, um einen Austausch zwischen verschiedenen Kulturen im Landkreis Freyung-Grafenau zu ermöglichen.

Rund 15 Frauen und Männer aus Freyung-Grafenau nahmen denn auch am ersten gemütlichen Beisammensein im Restaurant Veicht in Freyung teil – und unterhielten sich über landesspezifische Gerichte, kulturelle Eigenheiten und ihren Weg nach Deutschland.

Einmal monatlich, immer an einem Freitag um 19.30 Uhr, soll die lockere Runde nun abwechselnd in Waldkirchen und Freyung stattfinden. Hier treffen sich nicht nur Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen und Kulturkreisen, auch Deutsche sind selbstverständlich ausdrücklich erwünscht. Jeder kann vorbeikommen und neue Menschen kennenlernen.

Für weitere Informationen steht die  Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau zur Verfügung. Kontakt: Frauenberg 17, 94481 Grafenau, Tel: 08552/96650, info@vhs-freyung-grafenau.de

Die nächsten Termine:

24. Oktober 2014       Hias Restaurant in Waldkirchen, Jandelsbrunner Str. 7

14. November 2014   Café-Restaurant Veicht in Freyung, Stadtplatz 14

05. Dezember 2014   Hias Restaurant

16. Januar 2015         Café-Restaurant Veicht

06. Februar 2015        Hias Restaurant

Arbeit – Fertig – Los!

Waldkirchen. Unter dem Titel „Arbeit – Fertig – Los“ fand am vergangenen Freitag im Bürgerhaus der Stadt Waldkirchen anlässlich des Weltfrauentags eine Informationsveranstaltung statt, bei der verschiedene Arbeitgeber und Unternehmen aus dem Landkreis berufliche Chancen für Jugendliche, Frauen und Männer präsentierten.

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Alle Beteiligten erhielten zum Dank eine Blume. Fotos: Franz Hintermann

An den 13 Informationsständen konnten dabei Einblicke in die Arbeitsrealitäten, Informationen zu den Berufen und ein Überblick zur Aus- und Weiterbildung gewonnen werden. Für die Eltern stand derweil eine Kinderbetreuung zur Verfügung, die von den Besuchern gerne genutzt wurde. Etwa 100 Interessierte waren gekommen, um sich zu informieren und den anschließenden Kabarettabend von Gerti Gehr zu folgen.

Bayerisches Kabarett von Gerti Gehr brachte Publikum zum Lachen

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Die Fotoausstellung “Frauen mit Leidenschaft” von Franz Hintermann.

Die bayerische Kabarettistin aus Lindberg brachte das Publikum mit ihrem eigens für die Veranstaltung zum Weltfrauentag erstellten Programm „weiblich = 150% emotional intelligent – männlich = ?“ zum Lachen.

Kaffee, Kuchen – und die Fotoausstellung „Frauen mit Leidenschaft“ des Fotografen Franz Hintermann aus Waldkirchen sorgten außerdem für angenehme Pausen zwischen den Programmpunkten.

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Kabarettistin Gerti Gehr (links) und die Gleichstellungsbeauftragte Gertraud Seidel.

Für die Volkshochschule, die Gleichstellungsstelle des Landratsamts, das Jobcenter und die Kreisbibliothek des Landkreises Freyung-Grafenau, die den Abend gemeinsam organisiert hatten, war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Mitgemacht haben: die Rosenium GmbH, Berufsfachschule für Altenpflege Grafenau, Caritas Seniorenheime, FRG-Service-GmbH, Wolfsteiner Werkstätten Freyung, Technologie Campus Freyung, Landratsamt Freyung-Grafenau, Aptar Freyung GmbH, Arcadia Hotel Sonnenhof Grafenau, Bayerische Polizei Passau, Berufsfachschule für Tourismusmanagement Grafenau, Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau, Berufsfachschule für Kinderpflege Grafenau

Gleiche Bildung, gleiche Rechte?

Vor mehr als 100 Jahren forderten Frauen gleiche Bildung, gleiche Rechte und finanzielle Unabhängigkeit. Was für viele Mädchen und junge Frauen heutzutage selbstverständlich ist, mussten ihre Mütter und Großmütter hart erkämpfen – so wie das Wahlrecht für Frauen oder das Recht auf eigene Erwerbsarbeit. Am 8. März findet daher seit jeher der Internationale Frauentag statt, um auf Ungleichbehandlungen von Frauen aufmerksam zu machen.

Veranstaltungsreihe „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ zum Internationalen Frauentag

Auch die Volkshochschule, die Gleichstellungsstelle des Landratsamtes, das Jobcenter und die Kreisbibliothek des Landkreises Freyung-Grafenau haben den Weltfrauentag in diesem Jahr zum Anlass genommen, um mit einer Veranstaltungsreihe vom 7. bis 11. März auf die immer noch währende weltweite Benachteiligung von Frauen aufmerksam zu machen.

flyerDen Auftakt bildet am Freitag, 7. März, ab 17 Uhr die Veranstaltung mit dem Titel „Arbeit – Fertig – Los“ im Bürgerhaus der Stadt Waldkirchen. Verschiedene Arbeitgeber und Unternehmen aus dem Landkreis präsentieren berufliche Chancen für Jugendliche, Frauen und Männer. An den Informationsständen können Einblicke in die Arbeitsrealitäten, Informationen zu den Berufen und ein Überblick zur Aus- und Weiterbildung gewonnen werden. Anschließend erfolgt um 19 Uhr der Auftritt der bayerischen Kabarettistin Gerti Gehr aus Lindberg zum Thema: weiblich = 150 % emotional intelligent – männlich = (?). Der Eintritt ist frei, es gibt Kaffee und Kuchen – und von 17 bis 19:30 Uhr ist außerdem für eine Kinderbetreuung gesorgt.

Bei einer Podiumsdiskussion zur Stellung von Frauen in Beruf, Politik und Familie in der Tschechischen Republik sowie in Deutschland am Samstag, 8. März, 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Grafenau wird das Thema „Chancen für Frauen grenzenlos“ in den Mittelpunkt gestellt. Während der Veranstaltung wird auch der Xenos-Kurzfilm mit dem Titel „Grenzenlose Freundschaft“ vorgeführt, bei dem es um die Diskriminierung einer tschechischen Austauschschülerin geht. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von der multikulturellen Rockgruppe DART (Die Anderen – Respekt und Toleranz). Auch hierzu ist der Eintritt frei und ein kleiner Imbiss erhältlich.

Fotoausstellung “Frauen mit Leidenschaft”

„We want Sex“ – so heißt der Kinofilm, der schließlich am Dienstag, 11. März, um 19 Uhr im Cineplex Freyung gezeigt wird. Ein auf Tatsachen basierender Spielfilm über den Arbeitskampf und die Emanzipationsbewegung in den 60er Jahren in England. Der ermäßigte Eintritt kostet 5 Euro. Im Anschluss findet für Interessierte eine Diskussion im Gasthof zur Post in Freyung statt.

Bei allen drei Veranstaltungen wird der Fotograf Franz Hintermann seine Fotoausstellung mit dem Titel „Frauen mit Leidenschaft“ präsentieren.

Wer noch mehr wissen oder sich anmelden möchte, kann dies bei der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau tun. Entweder unter der Tel.  08552/96650 oder per Email unter info@vhs-freyung-grafenau.de

“Mirëdita!” – ein interkultureller Begegnungstag mit der vhs

Spiegelau. „Mirëdita?“ Die Bundesfreiwilligendienstleistenden haben ihre liebe Mühe, „Guten Tag“ auf Albanisch nachzusprechen. „Kannst du das bitte noch einmal wiederholen?“, fragen sie die Teilnehmerin, die aus dem Kosovo nach Deutschland gezogen ist. Zwischen 16 und 26 Jahre sind die Bundesfreiwilligen alt. Sie absolvieren derzeit im Rahmen ihres freiwilligen einjährigen Engagements ein einwöchiges Seminar am Bildungszentrum Spiegelau.

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Die Teilnehmer konnten am Interkulturellen Begegnungstag viel voneinander lernen. Fotos: vhs

Das Wichtigste für Integration: Sprache

Ihre Dozentin Maria Schober-Majora und die pädagogischen Mitarbeiter Sandra Frey und Martin Behringer von der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau haben die jungen Frauen und Männer heute zu einem interkulturellen Begegnungstag mit Migrantinnen eingeladen. Und da wird schnell klar, was für Integration das Wichtigste ist: Sprache.

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Erklärte den Teilnehmern das Prinzip der Volkshochschule: die pädagische Mitarbeiterin Sandra Frey

Einige der Teilnehmerinnen mit Migrationshintergrund besuchen derzeit den vhs-Kurs „Mama lernt Deutsch“, der es Asylbewerberinnen ermöglicht, die deutsche Sprache zu lernen. Das ist deshalb so wichtig, weil ihnen die Anmeldung zu einem sogenannten Integrationskurs erst gestattet wird, wenn sie eine Aufenthaltserlaubnis haben.

Doch solange wollen die Frauen nicht warten. „Unsere Kinder lernen in der Schule und im Kindergarten so schnell Deutsch“, erklärt eine der Teilnehmerinnen aus Afghanistan. „Wir wollen uns selbst mit ihren Lehrern über ihren schulischen Fortschritt unterhalten können – und unsere Kinder nicht als Dolmetscher zum Arztbesuch mitnehmen müssen!“

Schulausbildung? Nicht für jeden selbstverständlich…

Manche der Asylbewerberinnen durften in ihren Heimatländern keine Schule besuchen. Es fällt ihnen deshalb sehr schwer, eine neue Sprache zu lernen. Immerhin müssen sie gleichzeitig auch noch Schreiben und Lesen lernen – und können keine Wörterbücher benutzen. Unvorstellbar für die Bundesfreiwilligen. Zuvor hatten sie ihrerseits den Migrantinnen noch erklärt, dass man, um einen Bundesfreiwilligendienst in Deutschland absolvieren zu dürfen, mindestens neun Jahre Schulausbildung vorweisen muss.

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Die Teilnehmer erzählten von ihren Erfahrungen in ihrer neuen Heimat Deutschland.

„Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammengebracht werden“, betont vhs-Mitarbeiter Martin Behringer, „um eine kulturelle Vielfalt und Toleranz, also letztlich eine Willkommenskultur in Freyung-Grafenau zu schaffen.“ Ermöglicht werden solche Veranstaltungen durch das im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ geförderte Projekt „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“.

Bei einem anschließenden gemeinsamen Besuch des Baumwipfelpfads in Neuschönau hatten sich die Teilnehmer noch viel zu erzählen. Die jungen Erwachsenen von ihren Erfahrungen in Altenheimen, Krankenhäusern oder Behindertenwerkstätten. Und die Teilnehmer mit Migrationshintergrund von ihren Eingliederungsprozessen in ihre neue Heimat Deutschland.

Vhs-Filmwettbewerb: Die Siegerklassen durften in die Bavaria Filmstudios

Freyung-Grafenau. Von insgesamt sechs Landkreis-Schulen wurden in Zusammenarbeit mit TRP 1 im vergangenen Juli neun Filme gedreht und bei der vhs eingereicht. Ziel des Filmwettbewerbs, das im Rahmen des XENOS-Projekts “Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos” veranstaltet wurde, war der Abbau von Vorurteilen gegenüber benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Und so drehten sich die Beiträge um Themen wie Integration, Vielfalt, Vorurteile, Mobbing, soziale Solidarität – oder auch Freundschaft.

Ausflug in die Bavaria Filmstudios

Voller Vorfreude auf den Besuch der Bavaria Filmstudios in München: Die Schüler der Gymnasien Freyung und Grafenau mit (von links) Freyungs Schulleiterin Barbara Zethner und vhs-Geschäftsführer Klaus Hippmann. Foto: vhs

Die Siegerklassen durften in die Bavaria Filmstudios nach München

Das Gymnasium Freyung überzeugte dabei als Doppelsieger gleich in zwei Kategorien. Die Freyunger Schüler wurden mit ihrem Beitrag über die Integration einer tschechischen Gastschülerin sowohl für die “Beste Idee” als auch für den “Besten Film” ausgezeichnet. Der Preis für die “Beste schauspielerische Leistung” hingegen ging an die Theatergruppe des Gymnasiums Grafenau. In ihrem Beitrag ging es um Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe. Die Schüler wollten mit ihrem Film zeigen, dass Ausgrenzung stattfindet – und wie demütigend verbale Angriffe für die Betroffenen sein können.

Beide Preisträger erhielten dafür einen Ausflug in die Bavaria Filmstudios und jeweils 250 Euro für die Verpflegung während der Fahrt. Außerdem erhielten sie, so wie alle am Filmwettbewerb beteiligten Klassen, 150 Euro für die Klassenkasse. Vergangene Woche war es endlich soweit: Gemeinsam fuhren die beiden Gewinner-Klassen nach München – und zeigten sich regelrecht begeistert von der Führung. „Es war toll, dass wir alles ausprobieren durften“, sagte beispielsweise Fabian Lippl. Der Drache Fuchur aus dem Film „Die unendliche Geschichte“, auf dem sich die Besucher hinsetzen können, hatte es hingegen Finn Jäger angetan.

Die Krönung: der Besuch des 4D-Kinos

Die Schüler sahen während der eineinhalbstündigen Führung aber nicht nur, wie Filme und Serien entstehen, sondern auch, wie kompliziert es ist, Nachrichten und den Wetterdienst zu machen. Die Krönung ihres Besuchs, da waren sich die Schüler einig, war der Besuch des 4D-Kinos, das für die meisten unter ihnen ein neues und spannendes Erlebnis war. „Auch uns Lehrern hat es sehr gefallen. Wir haben uns darüber gefreut, dass unsere Schüler so viel Spaß hatten“, so Frau Dr. Sammer vom Gymnasium Freyung nach dem erfolgreichen Ausflug.

An dieser Stelle dankt die vhs auch noch einmal den Sponsoren des Filmwettbewerbs: der Firma Bachl, dem Modehaus Garhammer, dem Busunternehmen Sieghart, der Sparkasse Freyung-Grafenau, der Raiba Goldener Steig und dem Cineplex Freyung

Preisverleihung des Filmwettbewerbs: “Schülerfilme sollen Vorurteile abbauen”

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Vhs-Geschäftsführer Klaus Hippmann applaudierte den Schülern für ihre vielfältigen Beiträge. Fotos: Attenbrunner

Freyung-Grafenau. “Die Stars des Abends sind die Schüler, die mit ihren vielfältigen Filmbeiträgen gezeigt haben, welches Potenzial in unserer Jugend und in der Region steckt”, sagte vhs-Geschäftsführer Klaus Hippmann bei der Preisverleihung des Filmwettbewerbs der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau. Von insgesamt sechs Landkreis-Schulen wurden in Zusammenarbeit mit TRP 1 neun Filme gedreht und bei der vhs eingereicht. Am vergangenen Freitagabend nun wurden die Kurzfilme im Gäste- und Bürgerhaus in Waldkirchen zum ersten Mal gezeigt – und in den drei Kategorien “Beste Idee”, “Beste schauspielerische/darstellerische Leistung” und “Bester Film” ausgezeichnet.

Ziel des Filmwettbewerbs: der Abbau von Vorurteilen

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Josef Höppler (Bgm. von Waldkirchen, von links), Renate Cerny (stellv. Landrätin) und Dr. Olaf Heinrich (Bezirksrat und Bgm. der Stadt Freyung).

Ziel des Filmwettbewerbs, das im Rahmen des XENOS-Projekts “Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos” veranstaltet wurde, war der Abbau von Vorurteilen gegenüber benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Und so drehen sich die Beiträge um Themen wie Integration, Vielfalt, Vorurteile, Mobbing, soziale Solidarität – oder auch Freundschaft. Ein wichtiges Thema, wie Waldkirchens Bürgermeister Josef Höppler bei der Begrüßung deutlich machte: “Toleranz heißt, dem anderen die gleichen Rechte einzuräumen, die man selbst hat.” Er wünschte sich, in einer Gesellschaft leben zu dürfen, die tolerant sei ohne dabei die eigenen Werte leugnen zu müssen.

“Wir wollen mit den Filmen möglichst viele Menschen erreichen”

Die stellvertretende Landrätin Renate Cerny betonte, dass die Filme auch wichtige Öffentlichkeitsarbeit seien: “Es ist unsere Aufgabe, junge Erwachsene – egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund – beim Einstieg sowohl in den Arbeitsmarkt als auch in die Gesellschaft dauerhaft zu integrieren.”

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Moderatorin Sabrina Gander zeigte sich begeistert von der Kreativität der Schüler.

Die gemeinsame Arbeit an den Projekten sollte jedoch nicht nur den Schülern vermitteln, was es heißt tolerant zu sein. “Wir wollen mit diesen Filmen künftig möglichst viele Menschen erreichen und so Denkanstöße für ein produktives Miteinander geben”, so Hippmann.

Moderatorin Sabrina Gander, die die Filme bereits vor der Premiere am vergangenen Freitagabend sehen durfte, zeigte sich jedenfalls begeistert von der Kreativität der Schüler: “Von einem eher künstlerischen Ansatz bis hin zu spielerischen Ideen und realitätsnahen Rollenspielen ist wirklich alles dabei, was man sich nur vorstellen kann.”

Die Gewinner: die Gymnasien aus Freyung und Grafenau

Das Gymnasium Freyung überzeugte als Doppelsieger gleich in zwei Kategorien. Die Freyunger Schüler wurden mit ihrem Beitrag über die Integration einer tschechischen Gastschülerin sowohl für die “Beste Idee” als auch für den “Besten Film” ausgezeichnet.

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Die evangelische Pfarrerin und Jury-Sprecherin Sonja Schuster: “Die vielen tollen Beiträge haben der Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht!”

Die evangelische Pfarrerin und Jury-Sprecherin Sonja Schuster begründete die Entscheidung der Jury damit, dass der Film der Klasse 9b zum Thema “grenzenlose Freundschaft” deutlich mache, wie überzeugend Vorurteile sein können.

Im Stil der Filmkomödie “Wer früher stirbt, ist länger tot“, wie es Freyungs Bürgermeister und Bezirksrat Dr. Olaf Heinrich treffend formulierte, sorgten die Filmsequenzen für viele Lacher – und stimmten gleichzeitig nachdenklich, indem sie den Zuschauern zeigten, wie irrational manche Ängste oft sind.

Der Preis für die “Beste schauspielerische Leistung” hingegen ging an die Theatergruppe des Gymnasiums Grafenau. In ihrem Beitrag ging es um Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe. Die Schüler wollten mit ihrem Film zeigen, dass Ausgrenzung stattfindet – und wie demütigend verbale Angriffe für die Betroffenen sein können.

Beide Preisträger dürfen sich auf einen Ausflug in die Bavaria Filmstudios und jeweils 150 Euro für die Klassenkasse freuen. Auch die anderen Schulklassen gingen nicht leer aus: Sie erhielten Freikarten für das Cineplex-Kino in Freyung, das heuer im Herbst eröffnet werden wird. Dort ist dann auch eine Ausstrahlung der Schülerfilme geplant.

Beispielhaft für Integration: die multikulturelle Rockband “DART”

Auch für musikalische Unterhaltung während der Preisverleihung war gesorgt:

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Die multikulturelle Rockband “DART” mit vhs-Mitarbeiterin Sandra Frey (links), MdB Gerhard Drexler (3. von links) und ihrem musikalischen Leiter Balboo Bojko (4. von links).

Die multikulturelle Rockband “DART” überzeugte mit afghanischen Melodien, Deutschrock und Gänsehaut-Balladen. Die Schülerband wurde von der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau und dem musikalischen Leiter Christian Balboo Bojko im Rahmen des Projekts “Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos” gegründet. Der Name der Band ist übrigens eine Kombination aus den Anfangsbuchstaben der Herkunftsländer der Mitglieder: Deutschland, Afghanistan, Russland und Tschechien. DART steht aber auch für “Die Anderen – Respekt und Toleranz” – und ist somit als Gruppe für weitere Mitglieder stets offen.

Diese Schulen haben mitgemacht: Gymnasium Freyung, Landgraf Leuchtenberg-Gymnasium Grafenau, Johannes-Gutenberg Gymnasium Waldkirchen, Realschule Freyung, Realschule Grafenau, Propst Seyberer Mittelschule Grafenau

Die Schülerfilme im Überblick:

     

      

     

     

Die Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau dankt den Sponsoren der Jurypreise: Firma Bachl, Raiffeisenbank am Goldenen Steig, Sparkasse Freyung-Grafenau, Cineplex Freyung, Modehaus Garhammer, Sieghart Reisen

Ein großer Dank geht auch an die Mitglieder der Jury: Willi Weber (Grafiker), Sandra Frey (vhs-Mitarbeiterin), Landrat Ludwig Lankl, Helmuth Peter (ehrenamtlicher Leiter der vhs), Wirtschaftsreferent Ralph Heinrich, Josef Bauer (Geschäftsführer der Caritas FRG), Erwin Bumberger (Vorstandsvorsitzender Sparkasse FRG), Peter Püschel (Redaktionsleiter der PNP-Lokalredaktion Freyung), Johann Haugeneder (Leiter der Agentur für Arbeit Waldkirchen), Sonja Schuster (evangelische Pfarrerin), Kajetan Steinbeißer (Stadtpfarrer von Grafenau), Dike Attenbrunner (Geschäftsführerin Onlinemagazin “da Hog’n”)

Dike Attenbrunner

Ankündigung: Preisverleihung und Premiere Filmwettbewerb

Freyung-Grafenau. Endlich ist es soweit: Am Freitag, 26. Juli werden um 19 Uhr im Gäste- und Bürgerhaus in Waldkirchen erstmals die Beiträge zum Filmwettbewerb der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau gezeigt. Von insgesamt sieben Landkreis-Schulen wurden in Zusammenarbeit mit TRP 1 neun Filme gedreht und bei der vhs eingereicht.

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Schüler der Realschule Freyung bei ihrem Dreh zum Filmwettbewerb. Foto: RS Freyung

Ziel des Filmwettbewerbs, das im Rahmen des XENOS-Projekts “Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos” veranstaltet wurde, war der Abbau von Vorurteilen gegenüber benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Und so drehen sich die Beiträge um Themen wie Integration, Vielfalt, Vorurteile, Mobbing, Soziale Solidarität oder auch Freundschaft. Mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Nach der Premiere können die Filme allerdings online eingesehen werden.

Die Jurymitglieder durften die Kurzbeiträge bereits sehen und zeigten sich regelrecht begeistert von der Vielfalt und den Schauspielkünsten der Schüler. In den drei Kategorien “Beste Idee”, “Beste schauspielerische/darstellerische Leistung” und “Bester Film” haben sie jeweils einen Sieger gekürt. Die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt ebenfalls am kommenden Freitag.

Auch für musikalische Unterhaltung während der Preisverleihung ist gesorgt: Die multikulturelle Rockband “DART” wird spielen. Die Schülerband wurde von der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau und dem musikalischen Leiter Christian Balboo Bojko im Rahmen des Projekts “Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos” gegründet. Der Name der Band ist übrigens eine Kombination aus den Anfangsbuchstaben der Herkunftsländer der Mitglieder: Deutschland, Afghanistan, Russland und Tschechien. DART steht aber auch für “Die Anderen – Respekt und Toleranz” – und ist somit als Gruppe für weitere Mitglieder stets offen.

Einen Vorgeschmack auf die Filmpremiere bietet übrigens ein Kurzbericht von TRP 1.

Fachtagung zum Asylverfahren

Freyung. Vergangenen Donnerstag fand eine von der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau organisierte Fachtagung zum Thema “Asylverfahren” statt. Ausgangspunkt dieses Treffens war ein erstes Vernetzungstreffen zu Migration und Integration von Fachstellen im Landkreis im Winter 2012 im Rahmen des Xenos-Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“. Damals wurde der Wunsch, sich inhaltlich mit dem Asylverfahren auseinanderzusetzen, geäußert.

“Eine Einführung in das Asylverfahren”

Im vhs Seminarzentrum Freyung der Volkshochschule hat die Rechtsanwältin Petra Haubner aus Passau die Veranstaltung unter dem Titel „Eine Einführung in das Asylverfahren“ durchgeführt. Teilgenommen haben etwa 15 Interessenten von regionalen Fachstellen aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Weiterbildung, Beratung, Verwaltung und Schule. Zielsetzung war der Austausch zu rechtlichen Fragen rund um asylsuchende Migrantinnen und Migranten.

Inhaltlich wurden der Ablauf und verschiedene Gesichtspunkte des Verfahrens erklärt, u.a. hinsichtlich Aufenthaltsgestattung, Unterbringung, Arbeitserlaubnis und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Derzeit sind die Hauptherkunftsländer der Asylsuchenden: Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, Pakistan, Somalia, Serbien, Kosovo und die Russische Föderation. Wobei die Referentin davon ausgeht, dass im laufenden Jahr voraussichtlich über 80.000 Asylanträge gestellt werden.

Das Asylverfahren – eine komplexe juristische Materie

Einen positiven Bescheid bei Asylgesuch erteilt gegenwärtig das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beispielsweise einem Christen aus dem Iran, der mit dem Flugzeug nach Deutschland einreist. Denn nach Artikel 16a des Grundgesetzes genießen politisch Verfolgte Asyl in der Bundesrepublik. Nach der Genfer Flüchtlingskonvention werden derzeit Menschen aus Syrien, die ihren Asylantrag in Deutschland stellen, als Flüchtlinge anerkannt.

Zusammenfassend handelt es sich um eine komplexe juristische Materie. Dementsprechend wurden in der Bildungsveranstaltung der vhs viele Fragen gestellt und diskutiert.