Interkultureller Kurs soll Integration von Kindern mit Migrationshintergrund erleichtern

Grafenau. „Und was ist das?“, fragt Dozentin Barbara Wolf die Kinder – und zeigt ihnen ein Foto auf dem ein Mann mit Schottenrock abgebildet ist. Die Kinder fangen alle an zu lachen. Das Großbritannien-Memory, das die acht- bis zehnjährigen Schüler gerade mit ihrer Lehrerin spielen, macht ihnen sichtlich Spaß. Der interkulturelle Kurs der Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau soll die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und deren Eltern zu erleichtern.

Sprachliche Barrieren abbauen und interkulturelle Kompetenzen fördern

Bereits seit einigen Wochen bietet die vhs dieses interkulturelle Training im Rahmen des XENOS- Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ an der Reinhold-Koeppel-Grundschule in Grafenau an.

training

Vhs-Mitarbeiterin Sandra Frey, Dozentin Barbara Wolf und die Schüler hatten viel Spaß beim Großbritannien-Memory. Fotos: Dike Attenbrunner

Derzeit haben fast 21 Prozent der Grafenauer Grundschüler einen Migrationshintergrund. Diejenigen, die die Grundschule bereits ab der 1. Klasse besuchen, integrieren sich meist auch schnell, so die Meinung der Lehrkräfte. Zu Schwierigkeiten komme es allerdings oft dann, wenn Schüler mit Migrationshintergrund erst in den „höheren“ Klassenstufen, das heißt ab der 2., 3. oder 4. Klasse hinzukommen.

Zum einen liegt das natürlich an den sprachlichen Barrieren. Hier fehlt es den Schulen oftmals an genügend Stunden für eine gezielte Sprachförderung. Zum anderen dürfen die Schüler den Anschluss an die Lerninhalte nicht verpassen – und müssen das Lerntempo und das geforderte Anforderungsniveau schaffen. Auch auf sozialer Ebene ist es wichtig, dass die Schüler in das Klassen-, Schul- und Sozialgefüge integriert werden. In diesem Zusammenhang arbeiten die Schulen meist sehr eng mit den Eltern zusammen, wo wiederum ebenfalls kulturelle und sprachliche Hindernisse bestehen können.

 

“Wir haben viele verschiedene Länder kennengelernt!”

Genau hier setzt das Training der vhs an: Dort werden sprachliche Barrieren abgebaut und zugleich Interkulturelle Kompetenzen vermittelt. Die Trainerin vermittelt dieses interkulturelle Wissen anhand alltäglicher Situationen und Gegebenheiten. „Wir haben viele verschiedene Länder kennengelernt“, berichtet eine Schülerin aus der 3. Klasse. „Japan, Indien und die USA waren zum Beispiel dabei.“ Und ein Neunjähriger erzählt: „Frau Wolf hat mit uns auch viele neue Dinge ausprobiert. Wir haben Origami gefaltet und mit Stäbchen gegessen.“ So lernten die Kinder spielerisch, dass fremde Kulturen interessant und spannend sind.

intertraining6Die Schüler selbst kommen aus Serbien, Indien, Afghanistan und dem Irak.  Auch über ihre eigenen Kulturen tauschten sie sich aus. Sie entdeckten, dass in ihnen auch viele verschiedene Kulturen vereint sind: durch ihr Herkunftsland, das Lieblingsessen oder Musik. Dadurch werden Vorurteile abgebaut und es wird Interkulturelles Wissen vermittelt. Das Projekt wird im Rahmen des XENOS-Programms „Integration & Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der vhs im Rahmen des XENOS- Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ sind unter www.grenzenlos-tolerant.de oder unter www.vhs-freyung-grafenau.de zu finden.

vhs

Interkultureller Workshop ist wertvoll für das Berufsleben

Freyung-Grafenau. Im Rahmen des XENOS-Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ veranstaltete die Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau in Kooperation mit dem Jobcenter bereits den zweiten interkulturellen Workshop. In den Veranstaltungen zu den Themen „Integration und Vielfalt“ im Landkreis Freyung-Grafenau konnten die Teilnehmer/-innen ihre interkulturellen, sozialen und beruflichen Fähigkeiten erweitern.

Konrad Niederländer, Geschäftsführer des Jobcenters Freyung-Grafenau, erläutert im vhs-Interview die Vorteile des interkulturellen Workshops:

Niedrige Arbeitslosenquote im Landkreis Freyung-Grafenau

Herr Niederländer, wie hoch ist die Arbeitslosenquote derzeit im Landkreis Freyung-Grafenau?

Passbild

Konrad Niederländer, Geschäftsführer des Jobcenters Freyung-Grafenau. Fotos: Niederländer

Die Arbeitslosenquote beträgt für den Monat April im Landkreis Freyung-Grafenau insgesamt vier Prozent, die Quote für den Bereich SGB II (Hartz IV), den ich zu verantworten habe, liegt bei 1,5 Prozent.

Ist das hoch oder niedrig?

Die Quote von 1,5 Prozent ist absolut niedrig, gerade auch im Vergleich mit Bayern bzw. dem Bund.

Ist es schwieriger, in unserem ländlichen Landkreis Arbeit zu bekommen als anderswo?

Grundsätzlich: ja. Der Landkreis Freyung-Grafenau zählt eher zu den strukturschwachen Regionen, ist geprägt von klein- und mittelständischen Betrieben. Industriezentren oder Großbetriebe sind zum größten Teil außerhalb des Pendelbereiches. Nachteilig sind die infrastrukturellen Gegebenheiten, wie zum Beispiel die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

Interkultureller Workshop wertvoll für das Berufsleben

Wie schwierig ist es, Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen? Woran scheitert es bei der Jobsuche?

Langzeitarbeitslose haben generell eine schlechtere Ausgangssituation. Sie können keine durchgehende Beschäftigung nachweisen, haben oft Qualifikationsdefizite – und häufig fehlt die Mobilität mangels  eines eigenen Fahrzeugs.

Wie wichtig sind Maßnahmen wie der „Interkulturelle Workshop“ für Arbeitslose?

Ich denke, solche Maßnahmen sind grundsätzlich wertvoll: sie weiten den Horizont gegenüber anders Denkenden und anders geprägten Menschen. Eine bunte und offene Gesellschaft schafft Toleranz und Vielfältigkeit. Diese Kompetenz ist sicherlich auch wertvoll bei Vorstellungsgesprächen und im Berufsleben generell.

Immer wieder hört man, Zeitarbeitsfirmen seien ein Problem, weil man dort für wenig Geld viel arbeiten muss. Wie sehen Sie das?

Das ist nicht generell so, mitunter mag es „schwarze Schafe“ geben, aber Zeitarbeit schafft den Zugang zu einem Arbeitgeber, bietet die Möglichkeit, sein Können unter Beweis zu stellen und bei annähernd der Hälfte klappt es mit einer dauerhaften Übernahme. Manchmal ist die Möglichkeit leider nur befristet gegeben, zum Abbau von Auftragsspitzen. Ich denke aber: befristete Arbeit ist besser als keine.

Vorurteile gegenüber Arbeitslose stimmen meistens nicht

Und wie sieht es mit Probearbeiten aus? Könnte ein Arbeitsloser damit vielleicht zeigen, was er zu leisten vermag?

Das ist richtig. Probearbeit ist bis zu sechs Wochen möglich, dabei werden aber die ALG II-Leistungen weitergewährt, d.h. der Arbeitgeber bezahlt keinen Lohn. Probearbeit dient ausschließlich zur Klärung der Anforderungen und Fähigkeiten, dann sollte aber schnell eine entlohnte Beschäftigung angestrebt werden.

Mit welchen Vorurteilen sehen sich Arbeitslose konfrontiert? Treffen diese Vorurteile zu?

Ich denke, das häufigste Vorurteil ist, dass Arbeitslose gar nicht arbeiten wollen. Meine Erfahrung ist eine andere: ich bin oft erstaunt, unter welchen Bedingungen Arbeitslose bereit sind, eine Arbeit aufzunehmen (schlechter Lohn, lange Fahrzeiten, ungünstige Arbeitszeiten u.v.m.). Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist jeder froh, sein Leben wieder selbstbestimmt leben zu können.

Jobcenterfrg

Das Jobcenter in Waldkirchen.

Umschulung: in der Regel findet sich für jeden eine Lösung

Wann genehmigt man denn Umschulungen oder Zusatzqualifikationen?

Die erste Frage ist immer, ob die vorhandenen Qualifikationen und Kenntnisse ausreichend sind für den Arbeitsmarkt. Ist dies nicht der Fall, ist zu prüfen, welche Maßnahmen hilfreich und erfolgversprechend sind, dazu gehört auch die Klärung von Eignung und Kompetenzen. Natürlich sind den Möglichkeiten finanzielle Grenzen gesetzt, aber in der Regel findet sich eine individuelle Lösung.

Wie stehen Sie zu den Äußerungen von Workshop- Teilnehmern? Hilft Ihnen das Feedback? Suchen Sie auch nach dem Workshop das Gespräch zu den Teilnehmern?

Ich nehme die Äußerungen von Teilnehmer grundsätzlich ernst und bin generell bereit, bei Fragen oder Problemen Rede und Antwort zu stehen. Das Feedback der Teilnehmer ist immer auch Bestandteil einer Maßnahmenbewertung und fließt ein bei der Entscheidung über die Fortführung oder Wiederholung einer Maßnahme. Subjektive Äußerungen entsprechen aber auch manchmal nicht ganz den Gegebenheiten, umso mehr halte ich klärende Gespräche für sinnvoll.

Interview: Dike Attenbrunner

Der interkulturelle Workshop stärkt soziale Kompetenzen

Kerstin Kölbel

Die Referentin Kerstin Kölbel von NET-Fürlinger. Fotos: vhs

Freyung-Grafenau. Im Rahmen des XENOS-Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ veranstaltete die Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau in Kooperation mit dem Jobcenter bereits den zweiten interkulturellen Workshop. In den Veranstaltungen zu den Themen „Integration und Vielfalt“ im Landkreis Freyung-Grafenau konnten die Teilnehmer/-innen ihre interkulturellen, sozialen und beruflichen Fähigkeiten erweitern.

Kerstin Kölbel ist Mitarbeiterin der Natur- und Erlebnispädagogischen Bildungseinrichtung NET-Fürlinger. Sie hat mit den Teilnehmern im Rahmen des interkulturellen Workshops unter anderem an deren sozialen Stärken gearbeitet. Welche Inhalte noch auf dem Unterrichtsplan standen? Dazu mehr im Interview:

Die sozialen Stärken von Langzeitarbeitslosen fördern

Frau Kölbel, was waren die Inhalte des Workshops?

Der Workshop bestand aus mehreren Modulen. Einer der Schwerpunkte war, die sozialen Stärken der Teilnehmer zu fördern. Dazu haben wir viele erlebnispädagogische Übungen durchgeführt, wie beispielsweise eine Schneeschuhwanderung. Um die Teamfähigkeit zu stärken, haben wir mit fiktiven Problemlösungsaufgaben gearbeitet. So lernt eine Person, sich selber besser einzuschätzen und mit anderen zusammenzuarbeiten.

Diese Übungen waren nicht nur wichtig für die eigene Persönlichkeitsbildung, sondern dienten auch dazu, die Teilnehmer auf das Modul „Begegnung und Austausch“ vorzubereiten. Dazu gehörten Betriebsbesichtigungen in Tschechien, Vorträge über kulturelle Vielfalt und Treffen mit benachteiligten Personen. Konkrete Begegnungen und die Gespräche mit benachteiligten Personengruppen waren wichtig, damit die Teilnehmer selbst erleben konnten, wie erfolgreich der Alltag, trotz Behinderungen oder anderen Einschränkungen, bewältigt werden kann.

Ein ganz wesentlicher Bestandteil des Workshops war auch der Baustein „Interkulturelle Kompetenz“. In vielen Betrieben arbeiten Menschen aus den verschiedensten Herkunftsländern. Und nicht nur das: Die meisten Firmen verkaufen ihre Dienstleistungen und Waren auch ins Ausland. Interkulturelle Fähigkeiten sind somit unabdingbar, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.

Ziel: Die Teilnehmer motivieren und ihre Lebensfreude stärken

Was war Ihrer Meinung nach denn die wichtigste Erfahrung für die Teilnehmer?

Ich glaube, gerade die berufsbezogene Aktivierung und Unterstützung war für die Teilnehmer sehr wichtig. Langzeitarbeitslose sind oft enttäuscht von sich selber und verkriechen sich deshalb zu Hause. Deshalb ging es auch darum, die Teilnehmer wieder zu motivieren, ihre Lebensfreude zu stärken und für sich selbst positive und realistische Ziele zu formulieren. Selbstbewusstsein aufbauen, spüren wie sich das anfühlt, seinen eigenen Fähigkeiten vertrauen – und dann gestärkt in ein Vorstellungsgespräch gehen.

Teilnehmer

Die Teilnehmer des interkulturellen Workshops mit ihrer Referentin Kerstin Kölbel (hinten links).

Wie sah denn die Vorbereitung für solche Vorstellungsgespräche aus?

Wir haben uns zum Beispiel Betriebe in der Region angeschaut – und dann ganz konkret gemeinsam an Bewerbungen geschrieben. Auch die Motivation spielt dabei eine entscheidende Rolle: Man sollte mit einer positiven Ausstrahlung ins Bewerbungsgespräch gehen.

Ohne Geld schwindet die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Mit welchen Problemen sehen sich Langzeitarbeitslose konfrontiert?

Arbeitslosigkeit ist oft ein Teufelskreis. Hier im Bayerischen Wald leben wir in einem strukturschwachen Gebiet. Es ist schwierig, nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Arbeitsplatz zu gelangen. Arbeitslose und vor allen diejenigen, die schon sehr lange keinen Job mehr haben, können sich meist kein Auto leisten. Und ohne Auto ist es hier halt echt schwierig. Überhaupt: ohne Geld schwindet auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. So geraten viele nach und nach ins soziale Abseits.

Hinzu kommt das negative Selbstbild. Wenn immer nur Absagen eintrudeln, glaubt man irgendwann nicht mehr an sich selbst. Dann akzeptiert man den Ist-Zustand. Und genau da muss man meiner Meinung nach ansetzen: Arbeitslose sollten weder von anderen noch von sich selbst einfach abgestempelt werden. Und wer aus eigener Kraft nicht mehr aus diesem Teufelskreis herauskommt, dem muss man unterstützend unter die Arme greifen.

Und da ist so ein mehrwöchiger Kurs, wie der interkulturelle Workshop der vhs, eine wertvolle Hilfe. Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Teilnehmer sich sehr bemühen. Viele arbeiten gerade an Bewerbungen, die Erfolg versprechend sind. Auch die interkulturellen Kompetenzen, die ihnen in diesem Kurs vermittelt werden, sind dafür ausschlaggebend, dass ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz steigen.

Interview: Dike Attenbrunner

Musik verbindet: vhs gründet multikulturelle Rockband

Grafenau. Das XENOS-Projekt „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ soll vor allen Dingen eins: den Menschen die Augen öffnen für Toleranz, Vielfalt und Integration. Denn auch wenn unser Staat sich demokratischen Werten verpflichtet hat, wird es beispielsweise Migranten nach wie vor nicht immer leicht gemacht, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

xenos6

Christian Balboo Bojko (rechts) zeigte sich begeistert vom Können seiner jungen Band. Die beiden afghanischen Brüder Qais Esaqzy und Wais Rezai demonstrierten gleich mal, was man mit der 15-saitigen Langhalslaute „Robab“ und der Pauke „Tabla“ so alles spielen kann. F: vhs

Unterschiedliche Kulturen bereichern einander

Die Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau will zeigen, dass unterschiedliche Kulturen einander bereichern können – und hat deshalb im Rahmen des XENOS-Projekts eine multikulturelle Schüler-Rockband ins Leben gerufen. In der Propst-Seyberer-Mittelschule Grafenau trafen sich die sieben Bandmitglieder aus vier Nationen nun zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Probe – und bewiesen, um es mit den Worten von vhs-Mitarbeiterin Sandra Frey zu sagen, „wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit dieser jungen Menschen steckt.“

Auch Bandleader Christian Balboo Bojko zeigte sich bereits bei der ersten Probe sehr zufrieden mit den Künsten seiner Schützlinge: „Die haben schon was drauf“, bescheinigte der musikalische Leiter der jungen Truppe. Eine kleine Jam-Session vor den ersten Zuschauern machte jedenfalls schon mal Lust auf mehr. Man merkte den Schülern einfach den Spaß an, den sie beim Musizieren hatten. Gemeinsame Interessen verbinden eben.

Ein Bandname muss erst noch gefunden werden

Wer die Multikulti-Rockband gerne einmal hören möchte, muss sich leider noch etwas gedulden, „immerhin beginnen wir gerade erst mit den Proben“, so Bojko. Aber wenn sich das Ganze dann ein wenig eingespielt hat, wird die Band die XENOS-Botschaft auch auf verschiedenen Veranstaltungen musikalisch verbreiten. Dann auch unter einem eigenen Bandnamen, den sich die sieben Jungmusiker erst noch überlegen müssen.

Zur XENOS-Band gehören: Die beiden afghanischen Brüder Qais und Wais Rezai, Miroslav Vikaly aus Tschechien, die russischstämmige Alina Bersinsch, Stephanie Ranzinger, Marco Wagner und Patrick Brunner.

Interkultureller vhs-Workshop geht in die zweite Runde

Grafenau. Anfang November konnte der erste interkulturelle Workshop der vhs im Rahmen des Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ erfolgreich abgeschlossen werden. In den Veranstaltungen zu den Themen Integration und Vielfalt im Landkreis Freyung-Grafenau konnten die Teilnehmer/-innen ihre interkulturellen, sozialen und beruflichen Fähigkeiten erweitern.

Nun geht der interkulturelle XENOS-Workshop in Kooperation mit dem Jobcenter aufgrund der durchwegs positiven Erfahrungen in die zweite Runde – und zwar mit einer verlängerten Laufzeit von 12 Wochen. So können die Lerninhalte noch besser vertieft werden.

Interkulturelle Kompetenz kann man lernen – Die Workshops der vhs zu den Themen Integration und Vielfalt helfen Ihnen dabei

Ein Bewerbungstraining mit Stilberatung hilft bei der Suche nach dem Wunschjob. Foto: Benjamin Thorn/pixelio.de

Dieses Mal finden die Workshops allerdings nicht in Waldkirchen, sondern in der vhs-Geschäftsstelle in Grafenau statt. Ein Muss für alle diejenigen, die im beruflichen Bereich ihre interkulturellen Kompetenzen erweitern möchten.

Denn in unserer globalisierten Welt haben Sie – ganz egal wo Sie arbeiten – mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun – sei es per E-Mail, am Telefon oder in der Zusammenarbeit mit Kollegen. Was viele nicht wissen oder nur unbewusst wahrnehmen: Die kulturelle Prägung bestimmt auch unser Arbeitsverhalten: Ein Deutscher denkt und handelt vielleicht anders als sein tschechischer Nachbar. Ein folgenschwerer Fehler aber ist schnell gemacht, wenn man das Verhalten seines Gegenübers nicht richtig einschätzen kann. Ungefähr die Hälfte aller interkulturellen Verhandlungen scheitert etwa aufgrund der mangelnden interkulturellen Kompetenz der Beteiligten.

Der zweite interkulturelle Workshop beginnt im neuen Jahr

Die Workshops der Volkshochschule finden vom 28. Januar bis 17. April 2013 statt und werden im Rahmen des Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ angeboten (gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds) und in Kooperation mit dem Jobcenter Freyung-Grafenau veranstaltet.

Anmeldung und Information:

Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau

Frauenberg 17, 94481 Grafenau

Tel.: 08552 9665-0

Fax: 08552 9665-99

E-Mail: info@vhs-freyung-grafenau.de

Interkultureller Workshop: Leben und Arbeiten in Tschechien

Waldkirchen/Cesky Krumlov. Während den vergangenen acht Wochen fand ein interkultureller Workshop der vhs im Rahmen des Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ statt. In den Veranstaltungen zu den Themen Integration und Vielfalt im Landkreis Freyung-Grafenau konnten die Teilnehmer/-innen ihre interkulturellen, sozialen und beruflichen Fähigkeiten erweitern. Und dazu gehörte eben auch, das Leben und Arbeiten unserer tschechischen Nachbarn kennenzulernen.

Exkursion nach Cesky Krumlov: Informationen zu Land und Leuten

Hermann Löffler und die Teilnehmer auf der Fahrt zur Betriebsbesichtigung. Fotos: vhs

Unter der Leitung von Heinrich Vierlinger fand beispielsweise eine Exkursion nach Cesky Krumlov statt. Eine von Vierlinger zusammengestellte Informationsmappe gab den Teilnehmern bereits vor der Fahrt einen guten Überblick über das Leben in Tschechien. In der Mappe enthalten war verständlich aufbereitetes Wissen zu Land, Leute, Kultur, Politik, Geschichte, der aktuellen Zeitgeschichte, Sprache und Wirtschaft. Ergänzt und abgerundet wurden die Informationen durch praktische Tipps und Hinweise zum Lebensalltag.

Während der Fahrt wurde die interkulturelle Komponente gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern herausgearbeitet und greifbar gemacht, indem die Verflechtung zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik sowie gemeinsame kulturelle Wurzeln des Böhmisch-Bayerischen Kulturraumes unter anderem anhand von Adalbert Stifter verdeutlicht wurden.

Betriebsbesichtigungen zeigten arbeitsmarktpolitisch relevante Beziehungen

Zum Thema Anti-Diskriminierung und Vorurteilsabbau entzauberte Vierlinger die geschichtlichen Mythen der „Ur-Deutschen“ Besiedlung, griff geschichtlich heikle Themen von Kriegsverbrechen und Vertreibung im zweiten Weltkrieg auf – und sprach die Diskriminierung der Roma an. Auch die europäische Dimension kam, anhand des EU-Beitritts, zur Geltung.

Arbeitsmarktpolitisch relevante Beziehungen wurden unter anderem in den Betrieben Parat GmbH und Co. KG und der Aptar Freyung GmbH veranschaulicht. Dabei wurde die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien näher erläutert. Ebenso wurden den Teilnehmern Einblicke zur Arbeitsmarktsituation beim tschechischen Nachbarn gewährt.

 

Der Workshop findet im Rahmen des Projekts „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ statt, der im Xenos-Programm „Integration & Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds gefördert wird.

Beruflicher Erfolg hat immer auch mit interkultureller Kompetenz zu tun

Die gute Nachricht: Interkulturelle Kompetenz kann man lernen – Die Workshops der vhs zu den Themen Integration und Vielfalt helfen Ihnen dabei

Auf eine gute Zusammenarbeit! Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

In unserer globalisierten Welt haben Sie – ganz egal wo Sie arbeiten – mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun – sei es per E-Mail, am Telefon oder in der Zusammenarbeit mit Kollegen. Was viele nicht wissen oder nur unbewusst wahrnehmen: Die kulturelle Prägung bestimmt auch unser Arbeitsverhalten: Ein Deutscher denkt und handelt vielleicht anders als sein tschechischer Nachbar. Ein folgenschwerer Fehler aber ist schnell gemacht, wenn man das Verhalten seines Gegenübers nicht richtig einschätzen kann. Ungefähr die Hälfte aller interkulturellen Verhandlungen scheitert etwa aufgrund der mangelnden interkulturellen Kompetenz der Beteiligten.

Lernen Sie, sich interkulturell kompetent zu verhalten!

Ein Bewerbungstraining mit Stilberatung hilft bei der Suche nach dem Wunschjob. Foto: Benjamin Thorn/pixelio.de

Erweitern Sie deshalb Ihre sozialen und beruflichen Kompetenzen und nehmen Sie an den Workshops zu den Themen Integration und Vielfalt im Landkreis Freyung-Grafenau teil. An der Volkshochschule lernen Sie sich interkulturell kompetent zu verhalten. Erfahrene Lehrkräfte bereiten Sie dabei unter anderem mittels Kurzfilmen und Betriebsbesichtigungen in Tschechien auf  interkulturelle Begegnungen vor. Sie können außerdem Ihre Sprachkompetenz verbessern, indem Sie an einem Tschechisch-Kurs teilnehmen und Ihre gewonnenen Sprachkenntnisse sogleich in Alltagssituationen einsetzen. Zugleich werden soziale Kompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit gestärkt, da diese für ein erfolgreiches Arbeiten im Team unerlässlich sind. Und auch eine individuelle berufsbezogene Unterstützung kommt nicht zu kurz: Strategien zur Jobsuche und ein erweitertes Bewerbungstraining mit Stilberatung sollen das berufliche Potenzial und die Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen.

Melden Sie sich gleich an: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

Interessiert? Dann melden Sie sich schnell an! Denn die Workshops der Volkshochschule finden vom 17. September bis 9. November statt und die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Diese Workshops der vhs werden im Rahmen des Projekts „Grenzenlos  tolerant – Toleranz grenzenlos“ angeboten (gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds) und in Kooperation mit dem Jobcenter Freyung-Grafenau veranstaltet.

Anmeldung und Information:

Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau

Frauenberg 17, 94481 Grafenau

Tel.: 08552 9665-0

Fax: 08552 9665-99

E-Mail: info@vhs-freyung-grafenau.de